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„schul.cloud“ oder „schul-cloud“ – welche ist die richtige Wolke für meine Schule?

Ökosystem Digitale Schule

„schul.cloud“ oder „schul-cloud“ – welche ist die richtige Wolke für meine Schule?

Wenn man sich mit dem SchulCloud-Markt beschäftigt, dann entdeckt man – neben Insellösungen einzelner Länder – vor allem zwei bundesweit aktive Anbieter: das Hasso-Plattner-Institut mit der schul-cloud und die heinekingmedia mit der schul.cloud. Auch wenn sie sich im Namen ähneln, so setzen beide Anbieter doch ganz unterschiedlich an. Wir haben uns die Ansätze für Sie angesehen!

Die schul-cloud des Hasso-Plattner-Institutes als Lerninfrastruktur

Auf der re:publica 2019, im Rahmen einer Podiumsdiskussion zum Thema „(Wofür) braucht Deutschland eine Schul-Cloud?“, beschreibt Catrina Grella vom HPI die schul-cloud wie folgt: „[…] eine Lerninfrastruktur, die bestehende Ansätze, die zum Teil in den Schulen auch schon gut funktionieren, verknüpft und verbindet. Das heißt, wir wollen das, was an einzelnen Schulen funktioniert, für einen größeren Kreis an Nutzerinnen und Nutzern zugänglich machen. Der Ansatz ist dabei […] digitale Inhalte in unterschiedlichsten Fächern genau dann zu nutzen, wenn man sie braucht. […] Wir wollen also verschiedene Schnittstellen konfigurieren, die das [Vorhandene] verbinden und Funktionalitäten, die vielleicht noch nicht existieren, entwickeln.“

Die HPI schul-cloud folgt also dem Ansatz, fertige Open Source-Bausteine zu einer Art Baukastensystem so intelligent zusammenzusetzen, dass diese eine Lerninfrastruktur für den pädagogischen Alltag ergeben. Teils sind diese Bausteine speziell für den Schulmarkt entwickelt wie z. B. die integrierte Blackboarding-Komponente, teils wurde die Software aber auch für einen ganz anderen Markt entwickelt. So entstammt die integrierte Messenger-Komponente beispielsweise einer Entwicklung für den Wirtschaftsmarkt und ist dort auch vorrangig im Einsatz.

Durch die Verbindung von verschiedenen einzelnen und teils auch bereits in sich ganzen Open Source-Lösungen entsteht zudem der Effekt, dass einzelne Komponenten doppelt vorhanden sind. So bringen verschiedene Open Source-Lösungen, die in der schul-cloud verbunden wurden, beispielsweise jedes eine eigene Dateiablage mit sich. Es muss daher engmaschig geklärt werden, wie der praktische Einsatz in der Schulgemeinschaft erfolgen soll.

Die schul.cloud der heinekingmedia als WhatsApp-Alternative

Die heinekingmedia verfolgt den Ansatz, Schulsoftware konkret für den Schulmarkt zu entwickeln. Zwar basiert das Produkt schul.cloud hier auf der im Unternehmensbereich im Einsatz befindlichen Software stashcat, die u.a. auch bei den Polizeien in Niedersachsen und Hessen im Einsatz ist, und der Quellcode liegt daher geschlossen im Unternehmen selbst. Jedoch wurde die schul.cloud speziell für den Bildungsmarkt weiterentwickelt.

Dabei adressiert das Unternehmen sowohl die pädagogische Kommunikation wie die unterrichtsbezogene Kommunikation im Klassenchannel als auch die Verwaltungskommunikation wie konkreter Versand von Infos an die Eltern. Ob diese voneinander gelöst werden, obliegt dann den Schulen selbst.

Die schul.cloud selbst besteht vorrangig aus einem Messenger mit dazugehöriger Dateiablage. Diese Grundausstattung ist für jede Schule kostenfrei zu nutzen. Weitere Komponenten – alle auch selbst entwickelt – sind gegen Bezahlung dazu buchbar. Hier handelt es sich u.a. um erweiterte Administrationsmöglichkeiten, spezielle Kommunikationsformen wie Read-Only Channels oder auch Tools wie Ordnersynchronisation, Umfrage- oder Kalendermodul. Des Weiteren lässt sich auch ein weiteres Produkt der heinekingmedia einbinden: das Vertretungsplanmodul DSB.

Flexibles Werkzeug oder feste, didaktische Komponenten?

Insgesamt lässt sich schlussfolgern, dass die heinekingmedia schul.cloud ein Werkzeug ist, das von den Schulen flexibel didaktisch eingesetzt werden kann. Die HPI schul-cloud dagegen liefert didaktische Komponenten, die nach Vorgabe des Systems verwendet werden können.

Während die schul.cloud nach Angaben des Herstellers heinekingmedia in ihren Grundkomponenten Messenger und Dateiablage dauerhaft werbefrei und kostenfrei betrieben werden wird (neben den Zusatzkomponenten in einer gestaffelten Bezahlversion), ist bei der HPI schul-cloud das Betreibermodell aktuell nicht geklärt. Eine Förderung durch die Bundesregierung wurde bis zum Juli 2021 zugesichert. Was danach mit dem Projekt geschieht, ist bis heute unklar.

Eine große Hürde gibt es momentan zudem im Zugang: Für die Verwendung der HPI schul-cloud muss man vorrangig eine Pilot-Schule sein, die dem nationalen Excellence Schulnetzwerk MINT-EC angehört. Um direkt loszulegen und den Einsatz einer SchulCloud im praktischen Umfeld zu testen, müssen wir hier auf die schul.cloud der heinekingmedia verweisen, für die sich jede Schule online registrieren kann. Das Support-Team der heinekingmedia steht den Nutzer/innen nicht nur telefonisch und per E-Mail, sondern auch im Social Media zur Verfügung.

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