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Microsoft Teams-Verbot an Schulen – und nun? Datenschutzkonforme Alternativen für Videokonferenzen im Bildungsbereich

Schüler vor Bildschirm bei Videokonferenz im Homeschooling

Digitaler Unterricht

Microsoft Teams-Verbot an Schulen – und nun? Datenschutzkonforme Alternativen für Videokonferenzen im Bildungsbereich

Microsoft Teams kam bisher an vielen deutschen Schulen zur internen Kommunikation zum Einsatz. Datenschützer haben Bedenken, in einigen Bundesländern darf es an Bildungseinrichtungen bereits nicht mehr verwendet werden. Bei Schulleitungen, Lehrkräften sowie Schülerinnen und Schülern trifft das oft auf Unmut: Insbesondere zu Zeiten der Pandemie belastet die Entscheidung den ohnehin schon erschwerten Schulalltag. Außerdem mangelt es an funktionalen, zuverlässigen Alternativen – oder?

Neben Microsoft ist Zoom eine der größten und bekanntesten Videokonferenzsoftwares. In ihrer Anwendung sind sich die Tools sehr ähnlich. So verfügen beide über Funktionen wie Chats, Bildschirmübertragung, Breakout Rooms für Gruppenarbeiten, Passwortschutz und Wortmeldungen. Die maximale Teilnehmerzahl hängt vom jeweiligen Abonnement ab. In der kostenfreien Version sind bei beiden Plattformen bis zu 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer pro Konferenz möglich.

Doch auch Zoom wirft datenschutzrechtliche Fragen auf. Zwar hat das Unternehmen nach großer Kritik in vielen Bereichen nachgebessert, gewisse Vorkehrungen müssen aber trotzdem selbst getroffen werden, um die Software datenschutzkonform zu nutzen. Besonderes Augenmerk sollte für Schulen darauf liegen, mit Pseudonymen zu arbeiten, die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung zu aktivieren und Schülerinnen und Schüler ohne Registrierung an Videokonferenzen teilnehmen zu lassen. Darüber hinaus sollten Warteräume genutzt werden, um einen ungewünschten Zugriff durch Externe auszuschließen. Als Serverstandort ist bei deutschen Konten Europa festgelegt. Im kostenpflichtigen Abonnement kann der Standort des Rechenzentrums beliebig gewählt werden, Europa bleibt aber als Heimatstandort immer bestehen und ist in Bezug auf die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) die sicherste und akzeptabelste Wahl. Alternativ besteht die Option, direkt auf Plattformen zurückzugreifen, die von Grund auf besonderen Wert auf Datenschutz legen. Dazu zählen bspw. BigBlueButton (BBB) und die schul.cloud.

BBB ist eine Open Source Plattform für Videokonferenzen mit Sitz in Kanada. Ihr Vorteil besteht darin, dass sie zum einen individuell angepasst und zum anderen auf eigenen Servern betrieben werden kann. Dies läuft in der Regel über die Schule selbst, den Schulträger oder externe IT-Dienstleister, deren Server zur Erfüllung der DSGVO innerhalb der EU betrieben werden sollten. Ähnlich wie bei Zoom müssen Nutzerkonten für Lehrkräfte angelegt werden, die dann virtuelle Meetingräume eröffnen und andere Teilnehmerinnen und Teilnehmer dazu einladen. Eine Registrierung der Schülerinnen und Schüler ist nicht notwendig. Wichtig zu beachten: In der Standardkonfiguration zeichnet BBB Videokonferenzen auf. Um den Datenschutz zu wahren, muss diese Einstellung manuell deaktiviert werden. Die Funktionen entsprechen größtenteils denen von Zoom. Zusätzlich besteht eine Schnittstelle zu bekannten Lernplattformen wie z.B. Moodle. Die Nutzung der BBB Software ist kostenfrei, es entstehen jedoch individuelle Serverkosten, die je nach Dienstleister variieren.  

Die schul.cloud ist anders als Teams, Zoom oder BBB als Schulmessenger ausgelegt und ersetzt mit zusätzlichen Funktionen wie Einzel- und Gruppenchats, Sprachnachrichten, Channels und Dateiablage auch die Rolle von bspw. WhatsApp. Der Messenger wurde speziell nach Standards der DSGVO entwickelt und hat seinen Serverstandort in Deutschland. Im Vergleich zu anderen Tools ist eine Registrierung erforderlich, die vollständige Löschung aller Nutzerdaten ist allerdings zu jedem Zeitpunkt möglich. Telefonnummern sind zur Nutzung nicht notwendig.

Videoanrufe sind in der kostenfreien Grundversion der schul.cloud inklusive. Auch hier ähneln die Funktionen stark den anderen Plattformen. In der kostenpflichtigen Version lässt sich der Messenger zusätzlich um Module wie Kalender, Umfragen und Ordnersynchronisation ergänzen. Während Teams, Zoom und BBB eine Whiteboard-Funktion integriert haben, lässt sich diese bei der schul.cloud durch die tafel.cloud ergänzen, die als pädagogisch gestützte Tafelsoftware interaktiven Unterricht auch aus dem Homeschooling ermöglicht.

Fazit: Entgegen der öffentlichen Wahrnehmung sind stabile, funktionale und vor allem datenschutzkonforme Alternativen zu Microsoft Teams durchaus vorhanden. Als Open Source Plattform ist hier BBB eine gute Option. Wer zusätzlich zu Videoanrufen auch eine DSGVO-konforme Kommunikation per Messenger an der Schule ermöglichen will, ist mit der schul.cloud bestens ausgestattet. 

Digitalisierungswochen

Dieser Beitrag ist Teil unserer Themenreihe der Digitalisierungswochen. Darin berichten wir von elementaren Bestandteilen der Digitalisierung an Schulen, begonnen bei der Bereitstellung von WLAN über Hardware- und Softwarelösungen bis hin zu digitalen Lernmaterialien.

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