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Ganz ehrlich: Ohne Digitalisierung kann man als Schule eigentlich einpacken.

Beispiele aus der Praxis

Ganz ehrlich: Ohne Digitalisierung kann man als Schule eigentlich einpacken.

Schirrmeister – der Name bedeutet so viel wie Verwalter für umfangreiche Materialien wie Fuhrparke. Ein durchaus treffender Name für einen Mann wie Niels Schirrmeister, der aktiv und engagiert die Kommunikation an seiner Schule digitalisiert. Niels Schirrmeister ist Lehrer, Medienpädagoge und Verantwortlicher für die prozessorientierte Digitalisierung am Oberstufenzentrum Gastgewerbe, der Brillat-Savarin-Schule in Berlin. Wir sprachen mit ihm über seine Vorstellung vom Ökosystem Digitale Schule, konkrete Tipps für Lehrkräfte, die sich gerade am Anfang oder aber auch schon mitten im Digitalisierungsprozess befinden und natürlich auch seine Erwartungen an die didacta 2020.

1. Was gehört für Sie alles zu einem Ökosystem Digitale Schule? Wie weit sind Sie?

Ökosystem ist ein sehr weit gefasstes Wort. Wir benutzen es in erster Linie, um Medienkompetenz zu beschreiben. Die Hardware-Komponenten sind weitestgehend beschafft, z. B. haben wir die schul.cloud pro im Einsatz und die ersten Digitalen Schwarzen Bretter sind installiert, die Digitale Tafel zieht auch bald bei uns ein. Daher passt das Wort Ökosystem ganz gut darauf, wie die Schule sich im Moment verändert. Alle Bereiche sind davon betroffen bzw. im Ökosystem erfasst, denn die Systeme sind tiefgreifend und nehmen Einfluss auf all unsere Strukturen. Alle müssen mitgenommen werden, damit das Ökosystem Digitale Schule harmonisch funktionieren kann.

Neben der Hardware sind aber auch die Soft Skills ein großer Teil des Ökosystems.

Wir mussten alle, auch das Kollegium, erstmal lernen, was es heißt, Medienkompetenz in der digitalen Schule zu haben. Dass es z. B. schon störend ist, wenn man am Sonntagabend im Lehrerchannel, der bei uns immerhin rund 200 Angestellte umfasst, zu fragen, ob jemand privat etwas haben möchte. Da klingeln mal eben 180 Telefone und gleich nochmal, wenn geantwortet wird. Das ist natürlich nicht gewünscht.

Ökosystem Digitale Schule bedeutet aber auch die Implementierung und das Zusammenspiel der digitalen Systeme. Mehrere Komponenten vereint – in unserem Fall schul.cloud, Digitales Schwarzes Brett und Digitale Tafel. Die Hardware muss zusammen passen und zusammenspielen. Ökosystem bedeutet für mich, keine Insellösungen zu haben, sondern einen konkreten Ansprechpartner, der viele Systeme vereint. Das haben wir in unserem Anbieter gefunden.

2. Wie nutzen Sie den Schulmessenger? Was ist der Benefit für Ihre Schüler/innen?

Wir sind vor über einem Jahr mit der Gratisversion der schul.cloud gestartet. Ich hatte das System entdeckt, bin zu meinem Schulleiter gegangen und bekam ein „legen Sie los“. Das war natürlich klasse! Anfangs hatten wir 200 bis 300 Nutzer/innen im Schulmessenger. Bei rund 5.000 Schüler/innen klingt das erstmal nicht so viel, war aber für uns ein sehr guter Start. Wir legen hier viel Wert auf das „Bring your own Device“ Prinzip, da die Fördermittel für schuleigene Geräte einfach nicht ausreichen und im Grund sowieso jede/r Schüler/in ein eigenes Smartphone besitzt.

Unsere Schüler/innen der dualen Ausbildungsgänge haben Turnusunterricht. Das bedeutet, sie sind drei Wochen im Betrieb und eine Woche in der Schule. Dass wir die Schüler/innen so nur alle 4 oder sogar 6 bis 7 Wochen sehen, schuf große Hürden in der Kommunikation. Wenn z. B. Ankündigungen zu machen waren, führten wir E-Mail-Listen, die aufgrund der hohen Fluktuation in den ersten Semestern aber regelmäßig unvollständig waren und wir unsere privaten Daten herausgaben. Mit der schul.cloud gibt es jetzt eine gemeinsame Schnittstelle, für die wir keine privaten Daten benötigen. Viele Klassen haben einen Klassenchannel, in dem auch die Fachlehrer eingebunden sind. Die Schüler/innen können überall erreicht werden, auch wenn sie in den Betrieben sind. Das war ein großer Durchbruch, weil es uns die Arbeit enorm erleichtert. Dazu nutzen wir die schul.cloud auch als Lernplattform und legen Dateien ab bzw. tauschen diese untereinander aus.

Als Lehrer hat man hier 12 bis 18 Klassen, das sind an die 300 bis 400 Schüler/innen, die man mit Materialien versorgen muss und deren Medienkompetenz zu schulen ist.

Bei uns kümmern sich daher die Schüler/innen selbst um ihren Klassenchannel – in der Regel der Klassensprecher und Stellvertreter. Wir zeigen einmal das Vorgehen, dann managen sie den Channel komplett selbst. Sie stellen Termin für Klassenarbeiten für alle in den Kalender ein, organisieren die Lehr- und Lernmaterialien in eine übersichtliche Ordnerstruktur im Channel und auch die Umfragetools werden rege genutzt. Der nächste Ausflug kann rasch organisiert werden, wenn alle – auch in der Zeit im Betrieb – über die Umfragefunktion abstimmen können, wohin der Ausflug gehen soll. Eine wirklich runde Sache also auch in unserem Sonderfall, wo wir Schüler/innen lange nicht sehen.

Auch aus dem Oberstufenbereich, der Vollzeit bei uns im Haus ist, erhalten wir positives Feedback. Aktuell haben wir nur Schüler/innen, Lehrkräfte und pädagogisches Personal eingebunden. Perspektivisch denken wir nun darüber nach, auch die Eltern einzubinden. Die Nachfrage besteht zum einen seitens der Eltern und zum andren seitens der Kollegen, die sich davon eine weitere Arbeitserleichterung versprechen, indem sie u. a. Elternabende leichter organisieren können.

Ein einfaches Beispiel, warum der Schulmessenger eine solche Arbeitserleichterung ist, ist unser Hausmeister.

Er hat eine Schlüsselfunktion hier im Gebäude, da ja doch immer mal wieder etwas nicht funktioniert oder repariert werden muss. Fiel uns früher im Klassenraum z. B. auf, dass die Heizung defekt ist, mussten wir uns das erstmal irgendwohin notieren, auf einen dieser herumfliegenden Zettel mit noch anderen Notizen im Normalfall. Dann gingen wir als Lehrkraft ins Sekretariat und füllten das Schadensbuch mit der Info zum Schaden und zum Raum. Das wurde dann zum Hausmeister runter getragen, der die Position bearbeitet hat und anschließend abgehakt. Zurück im Sekretariat wurde das Schadensbuch dann wiederum geprüft.

Ein langer Weg für solch eine kleine Sache! Heute dagegen ist der Hausmeister als Kontaktgruppe in den Schulmessenger eingebunden. Wir schicken eine kurze Info, was wo kaputt ist. Er erledigt die Arbeit und gibt Bescheid, dass es erledigt ist. Schadensbuch? Gibt es bald nicht mehr.

3. Wie nutzen Sie das Digitale Schwarze Brett? Was ist der Benefit für Ihre Schüler/innen?

Die Einführung für unser Digitales Schwarzes Brett war einfacher als für den Schulmessenger. Hier gab es weniger rechtliche Hürden (darauf gehe ich in meinen Tipps für Lehrkräfte später noch genauer ein), das Thema wurde schneller freigegeben. Anschließend wurden die Geräte durch den Hausmeister installiert und schon konnte es losgehen. Fast zumindest.

Insgesamt sind an der Einführung des DSBs an unserer Schule zwei Arbeitsgruppen beteiligt. Wir haben uns zunächst für die Einführung von DSBs mit Touch in den Lehrerzimmern entschieden. Die Arbeitsgruppen „Digitale Schule 2025“, in der sich Kolleginnen und Kollegen rund um die Digitalisierung der Schule zusammengefunden haben, hat sich darüber Gedanken gemacht, welche Inhalte auf die DSBs sollen. Zum anderen hat sich die Arbeitsgruppe der Studienkoordinatoren, von denen die Vertretungspläne erstellt werden, mit der Menüführung befasst.

Am OSZ Gastgewerbe gibt es unglaublich viele Teams und Projekte, auch Austauschprogramme mit Schulen im Ausland. Nicht jeder weiß so im Detail, was alles in der Schule passiert, weil zwar die klassischen Zettelaushänge vorhanden sind, der Wald vor lauter Bäumen aber nicht gesehen wird. Deswegen wollen wir ein zentrales Informationsmedium mit intelligenter Menüführung schaffen. Die Lehrer-DSBs sind der Anfang. Über den DigitalPakt erhoffen wir uns weitere Gelder, dank derer wir dann auch die Schülerbereiche, den Außenbereich und die Mensa mit DSBs ausstatten können.

Der Benefit als zentrales, klar strukturiertes Informationsmedium, der sinkende Pflegeaufwand im Vergleich zur Zettelwirtschaft bisher – das sind Benefits, die auch die letzten Kritiker überzeugt haben. Wir können in den Lehrerzimmern ab sofort nicht nur über Vertretungen informieren und welcher Lehrer wann wo zu finden ist, auch Fortbildungen und Raumpläne lassen sich abbilden. Niemand muss mehr nach Informationen rennen oder rumfragen, ehe diese verfügbar sind.

4. Wie nutzen Sie die Digitale Tafel? Was ist der Benefit für Ihre Schüler/innen?

Die Digitale Tafel wird bei uns gerade eingeführt. Zum #DigitalNetzwerkSchule am 28. Februar 2020 in Hannover werden wir von unseren ersten Erfahrungen auch in diesem Bereich berichten können. Ich freue mich schon auf den tiefer gehenden Austausch vor Ort!

Treffen Sie Niels Schirrmeister auf dem DigitalNetzwerkSchule in Hannover. Stellen Sie ihm Ihre Fragen live vor Ort! Wir freuen uns auf Sie.

5. Was halten Sie vom DigitalPakt und wie profitieren Sie davon?

Der DigitalPakt ist ein Segen, der eigentlich 10 bis 15 Jahre zu spät kommt. Die Notwendigkeit, Fördermittel in die Digitalisierung von Schulen zu investieren, ist definitiv gegeben. Mit den Schüler/innen der Hotel-Ausbildungen sprechen wir schon über Digitalisierung 2.0 – da geht es um den Einsatz von künstlicher Intelligenz in Arbeitsprozessen. Wir als Schule sind da was die Digitalisierung angeht hintendran, während die Welt draußen an uns vorbei zieht.

Wir versuchen seit nunmehr anderthalb Jahren aufzuholen, es bedarf aber schlicht und einfach noch viel mehr Geldes.

Auch wenn Gelder freigegeben werden und wurden, ist es doch so, dass wir bspw. kein flächendeckendes WLAN in der Schule haben, es sogar zusammenbricht und wir deshalb zwar den Ansatz „Bring your own Device“ verfolgen, den Schüler/innen aber keinen Zugang zum WLAN gewähren können. Setzen wir die Geräte im Unterricht ein, kostet es deren Datenvolumen.

Konkret erwarten bzw. erhoffen wir uns also vom DigitalPakt, dass die Infrastruktur so ausgebaut wird, dass die vorhandenen digitalen Systeme auch genutzt werden können. Ein starkes WLAN, das es uns ermöglicht, das mit unserem Anbieter entwickelte Konzept ausbauen zu können. Sodass zum einen über die Digitalen Schwarzen Bretter Informationen kanalisiert zusammenkommen können in allen Häusern, zum anderen aber auch die Räume ausgestattet werden können.

Geld ist nicht alles, es bedarf auch der Kolleginnen und Kollegen, die mitziehen.

Dafür müssen diese adäquat entlastet und auch geschult werden. Schulung ist das A und O, ohne Schulung geht in der Schule gar nichts. Dabei geht es nicht nur um Überzeugungsarbeit hinsichtlich der Benefits wie der zu erwartenden Arbeitserleichterung aus der Digitalisierung. Die Schule ist ein demokratisches System, da muss man das Kollegium mitnehmen, um den Mehrheitsentscheid zu erlangen. Und das heißt auch, dass den älteren Kolleginnen und Kollegen die Angst vor dem Digitalen genommen werden muss. Dass konkret in Fortbildungen aufgezeigt wird, wie auch sie davon profitieren.

Nicht zuletzt hoffen wir, dass auch noch zwei, drei Klassensätze Tablets abfallen. In der Zeit, in der wir leben, ist es einfach notwendig zu digitalisieren, es geht gar nicht ohne.

6. Wie ist Ihr Medienbildungskonzept entstanden? Wie sind Sie mit der Erstellung umgegangen?

Wir sind das Thema als Team angegangen. Herr Münzberg ist bei uns als Fachbereichsleiter für Hardware und WLAN verantwortlich. Außerdem ist er auch unser Beauftragter für Sicherheit und damit für die Umsetzung des Datenschutzes verantwortlich. Er hat aus dieser Perspektive einen Text formuliert, was wir für eine stabile Grundinfrastruktur benötigen. Herr Masur ist Fachleiter für Medien und damit die Person, von der die Raumausstattung umgesetzt wird. Dank ihm steht ein Computer in allen Räumen und wir haben die Möglichkeit, unsere (privaten) Lehrertablets mit dem Beamer zu verbinden. So können wir auch mal Sachen zeigen oder Arbeitsergebnisse direkt über die schul.cloud verschicken. Er betreut außerdem unsere Digitalen Tafeln. Er hat entsprechend über die Raumausstattung und deren Anforderungen geschrieben. Mein Part als Verantwortlicher für den Bereich prozessorientierte Digitalisierung betrifft dann Kommunikationslösungen wie die schul.cloud und das Digitale Schwarze Brett. Unser stellvertretender Schulleiter Herr Gotthardt hat die drei einzelnen Parts dann zusammengeführt und ergänzt. Das Ergebnis ist unser Medienkonzept.

Im Großen und Ganzen folgen wir, wie schon erwähnt, dem „Bring your own Device“ Prinzip.

Es ist für uns einfach nicht absehbar, dass in naher Zukunft Geld für die Ausstattung ganzer Schulen mit individuellen Endgeräten zur Verfügung stehen wird. Die Gelder müssen erst einmal in Infrastruktur und Raumausstattung gesteckt werden. Für „Bring your own Device“ bedarf es aber eben auch einer sicheren Cloud-Lösung. Nachdem der Senat im Februar via Datenblatt das Verbot von – grob gesagt – US-Messengern ausgesprochen hat, mussten wir als Schule eine Lösung finden. Dazu kam, dass wir keine Insellösungen wollten (das würde Kollegium, aber auch Schüler/innen nur unnötig überfordern), sondern ein ineinander greifendes Ökosystem. Wir haben also einen Anbieter gesucht, der zu unserem Medienbildungskonzept passen und haben alles in einem Abwasch absegnen lassen. Dadurch hatten wir nur einmal, statt dreimal den langen Genehmigungsprozess.

7. Was würden Sie anderen Schulen raten, die vielleicht gerade erst am Anfang stehen?

Auf jeden Fall den Markt sondieren! Es gibt inzwischen sehr viele Anbieter, aber man darf eine große Sache nicht ignorieren: rechtlich auf der sicheren Seite zu sein. Amerikanische Anbieter mit tollen und umfassenden Produkten, die dann aber nicht DSGVO-konform sind und deren Server in Amerika stehen, sind nicht die Lösung. Man muss sicherstellen, dass alles sicher ist. Am besten vorher den Digitalisierungsbeauftragten des Bezirks oder der Landesregierung um Rat bitten, beim Schulsenat oder der Landesstelle für Datenschutz nachfragen.

Und im nächsten Schritt dann überlegen, was man überhaupt mit der Lösung anfangen will und wo man damit in Zukunft hin will. Das gewählte System muss von Dauer und darf nicht heute dies und morgen das sein. Die Schule ist wie ein großes Schiff, wenn man den mal in Bewegung gesetzt hat, dann fährt das. Deswegen unbedingt bewusst in die Zukunft schauen, was die Lösung bringt und wie sie eingesetzt werden soll. Ständiger Systemwechsel führt nur zu Überforderung und Ablehnung. Ich würde sogar so weit gehen zu sagen, dass man einen 15 Jahresplan aufstellen sollte.

Als wir angefangen haben mit der Einführung des Schulmessengers habe ich mir das auch alles noch einfacher vorgestellt.

Das erste „legen Sie los“ vom Schulleiter war schnell drin, aber der Weg danach doch noch ein langer. Man muss – weil es hier um persönliche Daten, den Datenschutz und die DSGVO geht – durch sämtliche Gremien. Gute Grundlage ist hier ein Nutzungskonzept, aber auch Benutzerhinweise und wir mussten aufgrund unserer Schulsituation z. B. auch eine Stellungnahme aufbereiten, wie behindertengerecht das System ist. Aber auch zur Lehrergesundheit mussten wir Stellung nehmen, kein Thema, da man in der schul.cloud Zeitprofile einstellen kann. Letzte Hürde waren dann die Gesamt- und die Schulkonferenz. Wir haben uns für eine freiwillige Nutzung des Schulmessengers neben der E-Mail entschieden, von der inzwischen aber eigentlich alle weg wollen.

Schulung ist hier das A und O.

Ich habe das Gefühl, wir leben in einer verängstigten Gesellschaft was die Digitalisierung und damit verbundenen Konzepte angeht. Die Vorbehalte sind groß und es braucht viel Leidenschaft und Überzeugungsarbeit, um da erfolgreich zu sein. Das passende Engagement von Kolleginnen und Kollegen mit der Mission zu digitalisieren ist hier gefragt, auch über die Arbeitszeit hinaus. Wir haben im Rahmen der Installation der Digitalen Schwarzen Bretter z. B. Schnittstellen von den Koordinatoren benötigt. Da war gleich die Sorge da, dass das nur wieder mehr Arbeit würde. Aber wir haben einfach mal aufgewogen, wie viel Zeit drauf geht, weil Leute reinkommen und Fragen stellen – den ganzen lieben langen Tag. Auf das DSB kann aber einfach jede/r selbst draufgucken. Mit dem Benefit haben wir sie ins Boot holen können. Die Benefits der Digitalisierung der Schule aufzuzeigen, bringt einem dann immer mehr Verbündete.

Manchmal fühlt es sich an wie eine Werbetour, aber es lohnt sich.

Vor allem bei älteren Kollegen muss man erstmal die Angst vor den Systemen nehmen, vor dem Unbekannten. Manche glauben auch, das sind trojanische Pferde, dass der Senat dann kontrolliert und vorschreibt. Das löst man nur über Schulungen. Ich habe fast wöchentlich Termine angeboten, die auch genutzt wurden. Teilweise 90 bis 120 Minuten pro Schulung hat das in Anspruch genommen. Aber das langsame Einführen hat sich wirklich gelohnt. 140 der rund 200 Kolleginnen und Kollegen sind inzwischen in der schul.cloud. Auch die Skeptiker wurden überzeugt und finden es eine super Sache, toll zum Arbeiten.

8. Worauf freuen Sie sich im Rahmen der didacta 2020? Was interessiert Sie besonders?

Ich persönlich habe in diesem Jahr für die didacta fünf große Anlaufstellen bzw. Themen, zu denen ich mich möglichst umfangreich informieren möchte.

Zum einen werde ich den Stand unseres Partners besuchen, um hier über weitere Möglichkeiten des Ausbaus unseres Ökosystems Digitale Schule zu sprechen. Etwas, das kommen wird, weiß ich schon aus persönlichen Gesprächen, aber sicher gibt es noch mehr zu sehen und zu entdecken!

Zum anderen bin ich auf der Suche nach Lösungen zum Thema digitales Klassenbuch und Notenerfassung. Idealerweise schmiegt sich das natürlich in unsere vorhandenen Systeme ein, sodass die Einführung, Handhabung und Überzeugung der Kollegen sich einfach gestaltet.

Im Bereich der Verlage bin ich auf der Suche nach digitalen Unterrichtsmaterialien für unsere einzelnen Fachbereiche.

Klett ist da weit vorne mit dem digitalen Unterrichtsassistenten. Ich werde mir hier auch ansehen, ob die Angebote kompatibel mit unseren Lösungen sind.

Da wir auch zwei bis drei Klassensätze Tablets anschaffen wollen, werde ich nach Anbietern und Lösungen in diesem Bereich sehen. Unsere Situation ist, dass wir 4 bis 5 voll ausgestattete Projekträume zur Verfügung haben, die aber natürlich nahezu durchgängig ausgebucht sind. Aufgrund des noch nicht so gut ausgebauten WLANs müssen wir bei Smartphones auf das Datenvolumen der Schüler/innen zurückgreifen. Das ist natürlich keine schöne Lösung. Daher würden wir mit den Klassensätzen Tablets gerne etwas mehr Flexibilität schaffen.

Eher längerfristig angesiedelt ist der letzte Punkt auf meiner Liste:

VR-Brillen. Wir konnten hier schon ein paar Erfahrungen sammeln durch Präsentationen u. a. in den Bereichen VR-Training für die Rezeption im Hotel oder auch das „Schwimmen“ durch einen Körper im Bereich der Ernährungsausbildung, beides gesteuert durch den Lehrer am Tablet. Aktuell ist diese Technologie noch zu teuer, unerschwinglich für Schulen muss man fast sagen. Aber ich hoffe, dass VR in den nächsten Jahren deutlich zugängiger wird durch geringere Kosten. Dann können wir ein Erlebnis Schule schaffen, durch deren Implementierung wir einen Schritt weiter Richtung nachhaltige Bildung gehen. Ich bin gespannt, was wir vielleicht schon in diesem Jahr sehen werden!

Vielen Dank für das spannende Interview!

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Themen, die relevant sind. Dieses Kriterium müssen Artikel auf unserem Blog für Carla Maria Hoppe erfüllen. Als Redakteurin hat sie auch immer ein Auge auf das #TwitterLehrerzimmer und greift dort auf, was im Bereich der digitalen Schule beschäftigt.

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