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Tablet-Klasse oder Bring Your Own Device – Eine Frage der Überzeugung

Schulpolitik

Tablet-Klasse oder Bring Your Own Device – Eine Frage der Überzeugung

Wenn man heute in einer Schullehrerschaft nach dem Einsatz digitaler Unterrichtstools fragt, wird man schnell feststellen, dass zwei Lager angetreten sind, das digitale Klassenzimmer für sich zu erobern – die einen rufen nach Tablet-Klassen, die anderen nach Bring Your Own Device.

„Tablet-Klassen“ oder aber auch „iPad-Klassen“ sind das häufigste Stichwort der Verfechter der technologischen „Eine Welt-Theorie“, die mit vielen Argumenten versuchen, die Ungläubigen des anderen Lagers von ihrer Idee zu überzeugen. Wobei iPad als Synonym für eine vereinheitlichte, von der Schule bereitgestellte digitale Lerngeräte-Infrastruktur steht. Dem gegenüber stehen jene, die für eine freie Technologie-Wahl kämpfen. Unerschrocken für die Freiheit des Individuums und der Endgeräte-Wahl eintreten. BYOD – Bring Your Own Device ist ihr Schlagwort. Jeder soll also das nutzen, was er oder sie selbst für richtig hält. Fast könnte man meinen, mitten in einen Glaubenskrieg geraten zu sein, so verbittert kämpfen die Lager um jeden Zentimeter Einfluss. Und tatsächlich spielt Glaube und Überzeugung eine maßgebliche Rolle.

Was nun ist der richtige Weg? Versuchen wir mal etwas Licht ins Dunkel zu bringen und knipsen die imaginäre Handy-Taschenlampe für unsere Spurensuche an.

Für die Mehrzahl der Schüler/innen ist schon zwischen dem zehnten und elften Lebensjahr eine grundsätzliche Entscheidung getroffen (worden). Bereits 67% der Schüler zwischen zehn und elf Jahren besitzen laut einer Bitkom-Studie von 2017 ein Smartphone – Tendenz steigend. Unter Zwölfjährigen begleitet das Smartphone schon fast jeden Schüler. (1)

Welchem technologischen Lager man angehört, entscheidet sich heute also bereits im Kindesalter. Android oder iOS, Google oder Apple. War es früher die politische Verortung, so ist es heute die Wahl des Smartphones, die den Besitzer einer sozialen Gruppe und oftmals Status zuordnet. Ein Prozess, den weder die Schule noch der Lehrende beeinflussen können und sollten.

Die Wahl des ersten Endgerätes wird zumeist von den Eltern getroffen, auch aufgrund ihrer eigenen Präferenzen und bereits vorhanden Geräte. Schließlich soll das Kind in diesem System aus Fotos, Videos und Apps häufig eingebunden werden können. Mit dieser Entscheidung wird auch festgelegt, mit welchen Nutzungskonzepten und Oberflächen Schüler/innen vertraut sind. Ähneln sich Android und iOS in ihrem Funktionsumfang auch deutlich, in den Bedienkonzepten weichen sie teils drastisch voneinander ab und lassen den ungeschulten Nutzer der jeweils anderen Plattform mit großen Fragezeichen zur Bedienung zurück.

Gerade dieser entstehende, nicht unerhebliche Supportaufwand lässt viele Lehrende vor einer einheitlichen Verwendung der Technologien zurückschrecken.

Die Hälfte der Unterrichtsstunde mit technischem Support für Schüler/innen verbringen? Nicht Sinn und Zweck der Schulstunde. Für die Verfechter von BYOD – Bring Your Own Device ist diese Argumentation Wasser auf den Mühlen. Jede/r kann bedienen, was er oder sie selbst kennt. Warum also ein anderes Gerät und Nutzerkonzept aufzwingen?

Weil es verfügbar ist, erwidern die Verfechter der Tablet-Klassen. Weil es einheitlich ist und niemanden außen vor lässt. Touché. Tatsächlich schließen Tablett-Klassen keinen Nutzer aus und bieten Schülern weniger Angriffsfläche für Mobbing. Schnell ist jemand aufgrund seines älteren Smartphones ausgegrenzt. Schüler/innen können zudem leichter den gezeigten Aktionen der Lehrkraft folgen, da alle Oberflächen einheitlich sind. Zentrales Management von Apps, die dann für alle bereitgestellt werden, erleichtert das Arbeiten weiterhin.

Angenommen, eine Klasse wird mit den schuleigenen iPads zum Unterricht ausgestattet. Aktuelle Statistiken zur Verbreitung von Endgeräten weisen nach, dass heute etwa 90% aller Smartphones ein Android-Betriebssystem besitzen. (2) Ein Großteil der Klasse wird also nicht mit dem Bedienkonzept des iPads vertraut sein. Jede Unzulänglichkeit der Software sofort abwertend kommentiert werden. Und ein weiterer Aspekt kommt hinzu. Mit dem fremden Endgerät muss man sich jedes Mal wieder – wenn auch nur kurz – vertraut machen. Dies lenkt den Fokus weg vom Lerninhalt. Das Gerät steht im Fokus, dessen Nutzung, nicht dessen Nutzen. Sollte es aber nicht eigentlich darum gehen? Sollte das Gerät nicht unser Lernen unterstützen anstatt selbst gelernt werden zu müssen?

Das zur Verfügung stellen schuleigener Hardware bringt weitere „Aber“ mit sich.

Zum einen müssen sie im Gegensatz zu privaten Endgeräten teuer angeschafft, gewartet und aufbewahrt werden. Da zudem aus Kostengründen meist nicht alle Schüler/innen einer Schule ausgestattet werden können, verkommen Tablet-Wagen mit Klassensätzen zum Fernsehwagen mit Video-Rekorder des 21. Jahrhunderts. Statt wie in der Realität außerhalb der Schule, also im Privaten und der Arbeitswelt, wie selbstverständlich als ständiger Begleiter eingesetzt zu werden, werden Tablets in Einzelfällen zur Unterstützung eingesetzt und somit zum besonderen statt allgemeinen Werkzeug degradiert.

Der selbstverständliche Umgang mit zeitgemäßer Technologie kann so nicht gelernt werden. Und selbst wenn, wie in einigen schon heute vorhandenen Umsetzungen, ganze Klassen dauerhaft ausgestattet werden, trifft das Wort homöopathische Dosis hier doch als beschreibendes Merkmal zu. Bringt vielleicht bei einigen etwas, die meisten merken aber nichts davon. Denn das Drama „schuleigene Ausstattung“ geht ja sogar noch weiter. Mit den iPads ist es nicht getan. Wer iPads liefert, muss auch WLAN haben. Wer WLAN hat, muss auch das betreuen und pflegen, Zugänge verwalten und kontrollieren. Schließlich ist man zum Teil in der Anbieterhaftung. (3)

Warum also nicht nutzen, was sowieso bereits da ist. Smartphones, Tablets und PCs der Schüler/innen. Jede/r was er oder sie mag, sich leisten kann und vor allem mit einer bereits vorhandenen Internetverbindung via Mobilfunknetz. Keine Kosten für die Schule, kein Infrastrukturproblem, kein Glaubenskampf.

BYOD – schöne heile Welt also? Nicht ganz.

Eines wird in allen Diskussionen häufig vergessen: Nicht die Technik-Plattform entscheidet letztlich über den Lernerfolg, sondern die verwendete Software. Und ganz besonders deren Einsatz und die darin verwendeten Inhalte. Das Tablet oder Smartphone ist letztlich nur ein Werkzeug wie einst die Buchdruckmaschine. Sie ermöglicht die einfache Verbreitung von Informationen. Das Buch freilich schreibt sie nicht. Und so schlagen dann auch die Befürworter der BYOD-Strategie ganz einfach vor, doch mal mit dem anzufangen, was da ist. Den privaten Endgeräten. Und nicht noch länger mit einer Henne-Ei-Diskussion den Bildungstechnischen Anschluss an den Rest der Welt zu verlieren.

Letztlich geht es bei allen eingesetzten Medien grundsätzlich um Kommunikation; das Teilen von Informationen und Inhalten. WhatsApp hat dies der Welt mustergültig gezeigt. Die Anwendung hat mehr Menschen vernetzt als jeder Kommunikationsriese es jemals vermocht hätte. Warum? Um mitmachen zu können, benötigte man kein spezielles Endgerät, das nur in der eigenen Welt des Anbieters funktionierte. Jedes Endgerät ist mit WhatsApp kompatibel.

Bei allen datenschutzrechtlichen Bedenken – WhatsApp hat die technologische und kommunikative Welt, die wir kannten, revolutioniert.

Die Art und Weise, wie wir Informationen teilen und kommunizieren. Seit der DSGVO ist WhatsApp nun aber, wie viele andere US-Dienste, im schulischen Kontext verboten. Bis jetzt. Denn mit der schul.cloud von heinekingmedia können die aus dem privaten gewohnten Kommunikationsweisen nun auch wieder im schulischen Kontext stattfinden. Die schul.cloud ist ein kostenloser Messenger mit Dateiablage, der sich im Bedienkonzept an bekannten Anbietern orientiert. So werden der Einstieg und die Verwendung der neuen Technologie größtmöglich einfach gestaltet.

schul.cloud unterstützt dabei mit seinem Bring Your Own Device-Ansatz die Vernetzung aller vorhandenen, auch privaten Endgeräte, allerdings ohne Handynummer. Damit ist die Anwendung ganz klar als dienstliches Werkzeug vom privaten Kontext getrennt. Es ermöglicht Schulen, einfach und direkt mit dem Einsatz digitaler Inhalte im Unterricht und zu Hause beginnen zu können, ohne weiter auf Hardware oder Infrastruktur warten zu müssen. Und das sogar kostenlos. Somit rücken der Unterricht und die Inhalte wieder in den Fokus, ganz ohne Diskussion um Plattform oder den Kampf um den Medienwagen.

Übrigens: Sogar die Polizei in Hessen und Niedersachsen setzt auf die schul.cloud Technologie. Unter dem Namen stashcat nutzen Behörden den Dienst kostenpflichtig als WhatsApp-Alternative für die interne, polizeiliche Kommunikation. In Niedersachsen sogar ebenfalls als Bring Your Own Device-Ansatz für alle Polizist/innen des Landes. Und wenn schon die Polizei der Sache vertraut, warum sollten Schulen dann noch warten?

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Quellennachweis

  1. Bitkom e.V. (2017), „Jung, digital und immer online: Für die Generation Z gilt mobile first“, https://www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/Jung-digital-und-immer-online-Fuer-die-Generation-Z-gilt-mobile-first.html, abgerufen am 02.05.2019 um 14:21 Uhr
  2. Statista (2019), „Prognose zu den Marktanteilen der Betriebssysteme am Absatz vom Smartphones weltweit in den Jahren 2018 und 2022“, https://de.statista.com/statistik/daten/studie/182363/umfrage/prognostizierte-marktanteile-bei-smartphone-betriebssystemen/, abgerufen am 02.05.2019 um 16:11 Uhr
  3. Deutscher Bundestag (2018), „Bring Your Own Device Aspekte zum Einsatz im schulischen Unterricht“, https://www.bundestag.de/resource/blob/563298/56d7038d410a76945916938c820d8eb1/wd-8-043-18-pdf-data.pdf, abgerufen am 02.05.2019 um 14:58 Uhr

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